Freitag, 25. Mai 2018
Thema der Woche | 23. März 2017

Protest gegen Rechts

Gladenbacher Bürgerbündnis demonstriert gegen Auftritt von Frauke Petry
Foto aus dem Jahr 2004: Rolf K. Wegst

Als 2004 Gladenbach zum Schauplatz mehrerer Demonstrationen von Rechtsextremen wurde, kam die entschlossene Reaktion von Gladenbachs Bürgern prompt: Engagierte Gladenbacher schlossen sich zu einem Bündnis zusammen, sammelten Unterschriften für den Bürgeraufruf "Gladenbach ist bunt – nicht braun" und machten Front gegen Rechts.

Der Zusammenschluss von Bürgern, Kirchen, Jusos, DGB und Kommunal­politikern stellte sich friedlich und kreativ gegen die rechtsextremen Aufzüge: Nach einer Demonstration der Rechtsextremen durch den Ort versammelten sich die Gladenbacher etwa auf dem Marktplatz mit Besen und kehrten das rechte Gedankengut sinnbildlich aus ihrer Stadt.

Der für den 31. März im Gladenbacher Haus des Gastes geplante Auftritt von AfD-Chefin Frauke Petry hat das Bürgerbündnis nach über einem Jahrzehnt reaktiviert: "Wir knüpfen an den Protest von damals an, das ist eine Ver­pflich­tung", sagt Siegfried Seyler, der ehemalige Schulleiter der Gladenbacher Europa­schule und einer der Initiatoren des Bürgerbündnises. "Als wir von dem Auftritt von Frau Petry gehört haben, war uns klar, dass wir etwas unternehmen müssen", unterstreicht Edith Müller-Zimmermann vom Gladenbacher Weltladen, die zusammen mit Seyler das Bündnis reaktiviert hat.

Das Bürgerbündnis Gladenbach ruft alle Bürger der Stadt und des Umlands zu einer Protestkundgebung am Freitag, 31. März, um 17 Uhr gegen die AfD-Veranstaltung mit Petry auf. In einem schriftliche Aufruf wendet sich das Bündnis gegen das "reaktionäre Weltbild" der rechtspopulistischen Partei.

Auszug: "Mit der propagierten nationalistischen Abschottung Deutschlands nutzt die AfD Ängste und schürt Hass auf Andere. Für das eigene Machtstreben nimmt sie dabei Leiden und Sterben von Flüchtlingen billigend in Kauf. Diese Form der politischen und moralischen Verneinung von Normen und Werten halten wir für unvereinbar mit den Grundwerten unserer Verfassung.

Wir Bürgerinnen und Bürger Gladenbachs weisen die Verächtlichmachung unserer Demokratie und die Missachtung von Grund- und Menschenrechten scharf zurück. Wir wollen schon gar keine "Re-Nazifizierung" als Alternative für Deutschland!"

Die Gladenbacher ständen für Weltoffenheit, Freiheit, Akzeptanz, Gerechtigkeit und ein friedliches Zusammenleben aller Menschen, unterstreicht der Aufruf. Und das solle auch so bleiben.

Den Protest gegen den Auftritt der AfD-Spitzenpolitikerin unterstützen laut Seyler alle vier Fraktionen des Gladenbacher Stadtparlaments (SPD, Freie Wähler, CDU, Grüne), Kirchen, Vertreter von Gewerkschaften und Flüchtlings­hilfen: "Wir wünschen uns, dass die Bürger bei der Kundgebung am 31. März friedlich und bunt zeigen, wofür Gladenbach steht."

Termin
Bei der Kundgebung des Bürgerbündnisses Gladenbach am Freitag, 31. März, um 17 Uhr auf dem Gladenbacher Marktplatz werden mehrere Redner aus dem örtlichen Stadtparlament, von Kirchen und Gewerkschaft sprechen. Außerdem ist ein Rahmenprogramm mit Musik und kreativen, friedlichen Aktionen geplant.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Foto: Q
Duophonic

Duophonic, das frischgebackene Jazzduo aus dem bekannten Gitarristen Artur Deja und Jazz-Newcomer Sebastian Anhäuser, präsentiert, was 14 Jahre gemeinsame Arbeit hervorgebracht haben. Die beiden Musiker verbindet die beiden nicht nur eine langjährige Schüler-Lehrer-Beziehung, sondern auch eine gewachsene Freundschaft, die auf der Bühne für eine lockere und positive Atmosphäre sorgt. Gemeinsam spielen Duophonic bekannte Jazz-Standards aus Latin, Blues und Swing in einer Kombination von internationaler Erfahrung und jugendlicher Frische auf eigene, neue Weise.
Fr 25.5. | 21 Uhr | Marburg | Q
 
Tipp der Woche

Foto: Marc de
Fotograaf
BrassBoomBang

Große Geschütze – oder besser – große Gebläse spielen auf bei BrassBoomBang. Zum ersten Mal gibt sich das neue Brass-Festival des KFZ auf der Schlossparkbühne die Ehre. Auf der Bühne erwartet die Zuhörer mit dem Broken Brass Ensemble aus den Niederlanden ein regelrechtes Feuer­werk des Brass, die Banda Internationale wird gemeinsam mit geflüchteten Musikern aus dem Raum Dresden auf der Bühne stehen, Marshall Coopers Bläserspektakel gibt sich rockig und funkig, und die Studierenden-BigBand Marburg startet jazzig beswingt in den Abend.
Do 31.5. | 17 Uhr | Marburg | Schlossparkbühne
 
Live – Kommende Highlights

Foto: Marc de
Fotograaf
Brass­Boom­Bang

Ende Mai fährt das KFZ große Gebläse auf: Zum ersten Mal gibt sich das nigelnagelneue "BrassBoomBang-Festival" auf der Marburger Schlossparkbühne die Ehre. Das Broken Brass Ensemble mischt traditionellen New Orleans Brass mit Stilrichtungen wie Hip-Hop, Funk, Soul, Dance und Jazz zu einem mitreißenden Sound. Banda Internationale will mit einem weltmusikalischen Sound Herzen öffnen und Vorurteile und Ressentiments abzubauen. Marshall Cooper stehen für tanzbares Soul Food, gespickt mit virtuoser Würze, ironischer Leichtigkeit und einem charismatischen Eigengeschmack, der bis dato in keinen Genretopf passt. Die Studierenden-BigBand Marburg schließlich spielt ein Repertoire aus traditionellem Jazz und Swing, aber auch Funk, Latin, Rock und Pop.
Do 31.5. | 17 Uhr | Marburg | Schlossparkbühne
Freikartenverlosung: Fr 25.5. | 16 Uhr | Tel. 06421/684443
 

Foto: Waggon-
halle
Der Affenfelsen

Das neue Theaterstück von Willi Schmidt greift die Tradition der "Wirtshaus an der Lahn"-Theatertrilogie auf. Nachdem die Wirtshaus-Stücke Geschichten mit historischem Hintergrund vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1970 auf die Bühne brachten, spielt "Der Affenfelsen" in der Gegenwart. Unterstützt durch Live-Musik werden Geschichten von (fiktiven) Bewohnern des "Affenfelsen" erzählt, es geht dabei um menschliche Beziehungen, Geheimnisse, Kindheitserlebnisse, Suche nach Identität, aber auch um Vorurteile, Rassismus und Gewalt. Premiere:
Do 14.6. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
Freikartenverlosung: Fr 8.6. | 16 Uhr | Tel. 06421/684443
 

Foto: Amac
Garbe
Olaf Schubert

"Sexy Forever" – der Titel offenbart es – Schubert möchte neue Wege gehen. Zwar bleibt er der mahnende, intellektuelle Stachel im Fleische der Bourgeoisie – zuzüglich möchte er nun aber auch seine sinnliche Seite präsentieren. Der bewusst englischsprachig gewählte Titel zeigt jedoch auch: Nach den großen Erfolgen in Teutonien will Olaf Schubert jetzt endlich auch den amerikanischen Markt erobern – zumindest aber den rumänischen. Womöglich etabliert er im neuen Programm sogar Elemente der Show – Ballett, Feuerwerk, wer weiß ...
Mi 6.6. | 20 Uhr | Marburg | Erwin-Piscator-Haus
 
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